Integrierte marine Aquakultur mit Halophyten

Künstliches Feuchtgebiet mit Halophyten
Meeresspargel

DBU Projekt AZ 27708: Biologische Abwasserreinigung in landbasierten marinen Kreislaufanlagen durch die integrierte Kultur von Halophyten

Gegenstand des Projektes ist die biologische Abwasserreinigung in landbasierten marinen Kreislaufanlagen durch die integrierte Kultur von salztoleranten Pflanzen (Halophyten) in künstlichen Feuchtgebieten. Obwohl die Wasserneuerungsraten moderner Kreislaufanlagen unter 1% des Systemvolumens pro Tag betragen, besteht ein ökologisches als auch ökonomisches Interesse, das vorwiegend bei der Feststoffseparation anfallende Abwasser wiederzuverwerten. Dieser Recyclingvorgang kann durch die an die Anlage angeschlossenen Feuchtgebiete mittels Halophyten verwirklicht werden.

 

Im kommunalen Abwasserbereich aber auch in der Süßwasser-Aquakultur sind Pflanzenkläranlagen bzw. künstliche Feuchtgebiete eine interessante Alternative zur konventionellen Wasseraufbereitung. Die Wasseraufbereitung geschieht im Wesentlichen durch ein Zusammenwirken von Filtermaterial (mechanische Reinigung), durch das Aufnehmen, Umwandeln oder Abbauen der Wasserinhaltsstoffe durch Bakterien sowie die Nährstoffaufnahme im Rahmen des Pflanzenwuchses (biologische Reinigung), der Adsorption an Bodenteilchen (physikalische Reinigung) sowie durch Fällungsreaktionen zwischen den Wurzeln (chemische Reinigung).

 

Die Anwendung künstlicher Feuchtgebiete in der marinen Aquakultur wurde bisher nur vereinzelt untersucht. Dabei sind Halophyten als direkt vermarktungsfähiges Nahrungsmittel eine interessante Ergänzung zur Produktion mariner Speisefische – stellen somit ein weiteres vermarktungsfähiges Produkt dar. Viele Arten werden bereits in einigen Regionen Europas als Nahrungsmittel genutzt und besitzen sowohl in Bezug auf Nährwert als auch auf Geschmack ein kalkulierbares Marktpotential.

 

In dem hier vorgestellten Projekt soll über einen Zeitraum von einem Jahr Grundlagen erarbeitet werden, um die Produktion von Halophyten in künstlichen Feuchtgebieten mit der landbasierten Produktion von Meeresfischen zu kombinieren. Bei erfolgreicher Durchführung des Projektes wird angestrebt, eine kommerzielle Pilotanlage zu errichten.

 

Langfristiges Ziel ist es, die Abwasserströme landbasierter Fischfarmen vollständig wiederzuverwerten und gleichzeitig ein vermarktungsfähiges Produkt zu generieren. Die Diversifizierung der Produktpalette wird den Erfolg geschlossener Kreislaufanlagen mitbestimmen. Die in Betracht kommenden Halophyten können direkt als Nahrungsmittel für den menschlichen Verzehr oder als mineralienreiche Futterpflanzen vermarktet werden.