Nährstoffrecycling

Künstliches Feuchtgebiet mit Halophyten
Künstliches Feuchtgebiet mit Halophyten
Separierter Fischkot
Separierter Fischkot

Ergebnisse aus verschiedenen Aquakultursystemen für Fische zeigen, dass ein Großteil der über das Futter eingetragenen Nährstoffe in gelöster und partikulärer Form wieder ausgeschieden wird. Die physiologische Grenze bei der artspezifischen Optimierung der Futtermittel scheint bei vielen Fischarten erreicht. Die Technologie der landbasierten Kreisläufe setzt daher auf ein Recycling dieser Nährstoffe, indem diese durch so genannte Sekundärorganismen, die neben der eigentlich Zielart (Primärorganismus) produziert werden, weitergenutzt werden.

 

Die Integration einer Fischproduktion durch Sekundärorganismen bietet zahlreiche Möglichkeiten. Die anfallenden gelösten Nährstoffe, wie vor allem Stickstoff- und Phosphorver­bindungen, können von Algen oder Hydro­kulturen (sog. Aquaponics) genutzt werden. Die partikulären Nährstoffe, wie Kot und Futterreste, nutzen niedere Tiere, die diese filtrieren (z.B. Muscheln) oder in absedimentierter Form vom Boden aufnehmen (z.B. Polychaeten oder Seegurken). Künstliche Feuchtgebiete stellen eine Mischform dar, bei der die Biologie sich weitestgehend selbst überlassen bleibt und sich eigene, komplexe Nahrungsnetze ausbilden. 

Die zusätzlich gewonnene Biomasse kann direkt (Futterzusatzstoffe, Vermehrung– und Setzlingsaufzucht) oder indirekt (Energiegewinnung durch Fermentation) wieder in die Zielproduktion zurückgeführt werden.

 

Integrierte Systeme werden in Zukunft den Stand der Technik in der Aquakultur definieren, da sie ein umfassendes Recycling von Nährstoffen und Energie ermöglichen und neben der Umweltverträglichkeit zu einer verbesserten Wirtschaftlichkeit führen können.