Naturschutz

Russischer Stör, Acipenser gueldenstaedtii
Russischer Stör, Acipenser gueldenstaedtii
Künstliches Feuchtgebiet
Künstliches Feuchtgebiet

Die marine Aquakultur (Marikultur) ist in der letzten Dekade durchschnittlich mit 9% pro Jahr gewachsen. Von einem weiteren Wachstum dieses Sektors kann vor dem Hintergrund stagnierender bzw. rückläufiger Fangerträge und eines steigenden Bedarfs ausgegangen werden. Die marine Aquakultur als Anlieger entlang der Küsten wird aufgrund der Konkurrenz zu anderen Nutzern (Fischerei, Tourismus, Hafenwirtschaft, Industrie) in vielen Regionen nur auf der Basis neuer Konzepte und Technologien entwickelt werden können.

 

Konventionelle Verfahren der Marikultur stellen bei unzureichender Planung eine potentielle Gefahr für anliegende Ökosysteme dar. Netzkäfige für die Fischzucht (z.B.  Lachse) an Küsten geraten immer stärker in die Kritik der Öffentlichkeit. Ungeachtet der spezifischen Gegebenheiten und damit des Gefahrenpotentials an den unterschiedlichen Standorten werden immer wieder der Nährstoffeintrag, das Entkommen von Zuchtfischen, die Möglichkeit einer Übertragung von Krankheiten und der Eintrag von Betriebsstoffen (Schadstoffen) als Argumente gegen diese Anlagen angeführt.

 

Der Umweltaspekt muss aber auch aus einer anderen Perspektive betrachtet werden. Nach einer Statistik der FAO über die anthropogenen Einflüsse in Küstengebieten durch Urbanisierung und Industrialisierung sind beinahe 80% der europäischen Küste als stark gefährdet eingestuft. Die weltweit zunehmende Nutzung und Verschmutzung der Küstengewässer führt auch zu erheblichen Standortproblemen für die Aquakultur, die auch von anderen Ressourcennutzern negativ beeinflusst werden kann.

 

Die Entwicklung der Marikultur wird sich daher auf landbasierte, kreislaufgeführte Systeme fokussieren. Diese ermöglichen eine intensive und damit effektive Produktion von aquatischen Organismen bei gleichzeitigem Schutz der Küstenökosysteme.